Leitung: Dr. A. Ferlitsch, Facharzt für Innere Medizin   ::   Telefon: +43 (0)676 3727 100   ::   E-Mail: info@lipidapherese.at
Start  ::   Warum Lipidapherese  ::   Unsere Leistungen  ::   Kontakt und Termine  ::   So finden Sie uns  ::   Links  ::   Impressum


Indikationen der Lipidapherese


Mit der Lipidapherese werden Fettmoleküle ausserhalb des Körpers mit der Apheresemaschine aus dem Blut entfernt. Sie wird eingesetzt zur

• Senkung von hohen LDL-Cholesterinwerten und
• bei Patienten mit sehr hohen Lipoprotein(a)-Werten,

wenn Lebensstiländerungen (Diät, Bewegung) und Medikamente nicht ausreichen oder diese Medikamente nicht vertragen werden.

Die Senkung sehr hoher Konzentrationen von LDL-Cholesterin oder Lipoprotein(a) ist notwendig, weil diese Substanzen schon bei Menschen im jungen und mittleren Lebensalter an der Entstehung der Atherosklerose beteiligt sind (s.u.).


Patienten mit Lipoprotein(a)-Erhöhung


Ein ausgeprägt erhöhter Lipoprotein(a)-Spiegel ist ein schwerwiegender isolierter Risikofaktor für frühzeitig auftretende oder schwer verlaufende Gefäßkomplikationen. Die Bedeutung dieses Risikofaktors ist bisher leider noch nicht überall bekannt. Lipoprotein(a) [Lp(a)] sollte bei allen Patienten mit frühzeitig auftretenden oder schwer progredient verlaufenden Gefäßkrankungen bestimmt werden. Da Lp(a) zu 70-80% genetisch bedingt ist, genügen 1 oder 2 Messungen im Leben. Der Erbgang ist autosomal dominant. Wegen der starken genetischen Prägung sind auch Untersuchungen bei den Verwandten 1. und 2. Grades zu empfehlen. Mit steigendem Lp(a)-Spiegeln steigt die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse signifikant, besonders wenn ein zweiter schwerwiegender Risikofaktor vorliegt. Lipoprotein(a) lässt sich medikamentös nicht ausreichend absenken. Hier ist die Lipidapherese derzeit die einzig mögliche Maßnahme. Das Lp(a) sollte unter 60mg/dl abgesenkt werden.


Atherosklerose und ihre Folgen


Warum ist es wichtig, hohe Spiegel von LDL-Cholesterin oder Lp(a) zu senken? Erhöhte Blutkonzentrationen dieser Substanzen sind Risikofaktoren für das Entstehen einer Atherosklerose und somit für das Auftreten kardiovaskulär Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Zu den kardiovaskulän Erkrankungen gehören:

• Koronare Herzkrankheit (KHK)
• Herzinfarkt
• Schlaganfall
• Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind sowohl in Österreich als auch weltweit die Todesursache Nummer 1. Die Entstehung der Atherosklerose wird durch eine Reihe weiterer Risikofaktoren gefärdert. Hierzu zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), fortgeschrittenes Alter, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel.


Familiäre Hypercholesterinämie


Eine Erkrankung, die zu sehr hohen LDL-Cholesterinwerten führt, ist die familiäre Hypercholesterinämie. Diese erbliche Erkrankung wird durch eine Genveränderung verursacht, die zu einem Mangel des LDL-Rezeptors (Aufnahmestelle für das LDL-Cholesterin in den Zellen) führt. Infolge dieses Rezeptormangels können z.B. Leberzellen nur geringe Mengen LDL-Cholesterin aus dem Blut aufnehmen. Die LDL-Konzentration im Blut steigt an.

Bei der homozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie steigen die Blutwerte für LDL-Cholesterin bei unbehandelten Patienten auf 500 mg/dl (12,9 mmol/l) bis 1.000 mg/dl (25,86 mmol/l). Das Krankheitsbild dieser Patienten ist sehr schwer, sie sind bereits im Kindes- und Jugendalter durch Gefäßverschlüsse sowie deren Folgen - wie etwa Herzinfarkte und Schlaganfälle - stark gefährdet. Die Behandlung mit der Lipidapherese ist bei der homozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie immer notwendig. An dieser Form erkrankt etwa einer von 1 Million Einwohnern.

Die heterozygote Form der familiären Hypercholesterinämie kommt häufiger vor: Betroffen ist etwa einer von 500 Einwohnern. Sie verläuft allerdings weniger schwer. Der LDL-Cholesterinwert liegt unbehandelt meist über 250 mg/dl (6,5 mmol/l). Daher kann es auch bei diesen Patienten im fröhen und mittleren Lebensalter zu Gefäßverschlüssen kommen. Die Lipidapherese kann zum Einsatz kommen, wenn die medikamentöse Therapie zusammen mit der Umstellung des Lebensstils nicht ausreicht, um den Zielwert für das LDL-Cholesterin zu erreichen.

Auch bei gemischten Dyslipoproteinämien (wenn neben LDL-Cholesterin auch andere Blutfette erhöht sind) kann die Lipidapherese-Behandlung notwendig werden, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht zum Erfolg führen.


Hohe Blutkonzentration von Lipoprotein(a)


Hohe Blutspiegel von Lipoprotein(a) (Lp(a)) begünstigen ebenfalls die Entstehung einer Atherosklerose. Lp(a) ist dem LDL-Cholesterin in seiner Struktur sehr ähnlich. Die Funktion sowie der Stoffwechsel von Lp(a) sind weitestgehend unbekannt. Die Blutkonzentration von Lp(a) ist genetisch bedingt. Sie wird durch diätetische Maßnahmen oder Medikamente kaum beeinflusst. Die Lp(a)-Konzentration kann mit der Lipidapherese am effektivsten gesenkt werden. Die Lipidapherese sollte jedoch nur zum Einsatz kommen, wenn neben stark erhöhten Lp(a)-Werten (> 60 mg/dl) auch eine fortschreitende kardiovaskuläre Erkrankung nachgewiesen ist.